Das sogenannte „Erwachen“ ist eine Einbildung. Denn es bedeutet zunächst einmal nur aus dem unbewusst-automatisch gesteuerten unmündigen Selbstmodus überzugehen in einen bewussteren Umgang mit sich selbst, dem Umfeld und dem Leben schlechthin zu gelangen. Dann erst erfolgt die eigentliche Transzendenz des Lebens, also die spirituelle Entwicklung. Und die besteht nur noch darin, eine einzige Veränderung umfänglich und nachhaltig zu bewirken:

Das Traumbewusstsein in das Wachbewusstsein zu integrieren.

Das zu verstehen ist nicht leicht und es ist notwendig, sich zunächst auf den Gedanken einzulassen. Denn was ist das „Traumbewusstsein“ überhaupt? Es ist ein anderer Bewusstseinszustand. Der Traum ist zeitlos und hat keinen Raum. Dort existiert keine Materie. Man ist in der unmittelbaren und permanenten Gegenwart. Gefühle, Emotionen, Gedanken, Vorstellungen und Erwartungen finden dort keinen Platz. Im Traum sind wir direkt verbunden mit Anderen. Kommunikation findet telepathisch statt, nicht nur mit Worten. Es handelt sich um genau die spirituelle Entwicklung, die jeder sucht.

Die Erleuchtung, von der man immer hört, ist ebenfalls ein Trugbild. Es gibt nicht die eine Erleuchtung. Allerdings werden uns immer wieder kleine oder große Erleuchtungen gewährt – in Form von Erkenntnissen. Sie beleuchten unseren Geist in dem Moment, in dem sie uns erreichen. Öffnen wir uns ihnen, so finden sie auch einen Platz in uns. Das bedeutet dann in der Verantwortung zu stehen, diese Erkenntnisse auch nachhaltig umzusetzen, und gegenüber Anderen und uns selbst Stellung zu ihnen zu beziehen.

Das ist jedoch nicht immer leicht, und genau das ist eben die Gratwanderung im Leben – die Differenz zwischen Innen und Außen im Einklang zu bringen. Aus dieser Mitte heraus werden wir in der Lage sein, die nötige Kohärenz zu erreichen, auch das Traumbewusstsein zu integrieren.